Der Germanikaner: Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst – Timothy Clark Hickcox im NuoViso Talk


Der Germanikaner: Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst – Timothy Clark Hickcox im NuoViso Talk

Veröffentlicht am 19.01.2016

Als Bundeswehrsoldat in Afghanistan machte Timothy Hickcox die Erfahrung seines Lebens, auf dessen Höhepunkt an Sylvester eine „Technoparty vom feinsten“ stattfand. 90% der stationierten Soldaten seien besoffen oder standen gar unter Drogen. Hätte in diesem Moment ein Angriff seitens der Taliban stattgefunden, dann…

Über seinen Einsatz in Afghanistan und wie die Eindrücke sein Leben veränderten schrieb Timothy Hickcox in einem Buch nieder.

Hier eine Leseprobe aus „Der Germanikaner – Im Krieg stirbt die Wahrheit zu erst“

Tag 1 in Termez Usbekistan

Meine damalige Ehefrau rief mich aus Deutschland an. Sie meinte es ginge ihr nicht gut wegen dem Baby das Sie ja verloren hatte. Noch am Telefon brach Sie zusammen. Ich setzte alle mir zur Verfügung stehenden Hebel in Bewegung, um ein paar Wochen früher heimkehren zu können, was mir dann auch letzten Endes gelang. So flog ich von Kundus erst mal wieder nach Termez, Usbekistan. Dort musste ich dann aber 5 Tage verweilen und zwar mit den 7 toten Soldaten, weil in Island der Vulkanausbruch dem Luftverkehr große Sorgen bereitete. Meine Unterkunft bestand aus 2 Containern mit 10 Betten, die Tür konnte man nicht verriegeln und ich war völlig alleine dort untergebracht. In diesen 5 Tagen hätte ich mir beinahe das Leben genommen.

Tag 2

Ich schrieb meiner damaligen Gattin, dass ich in Termez festsitze und es ein paar Tage länger dauern könnte, bis ich wieder zuhause bin. Sie schrieb zurück: Ich gehe mit da damm da damm ins Kino.
Ich so: “Mit dem Typen? Ist nicht dein Ernst?”
Muss mich ablenken, erwiderte Sie.
In dem Moment wurde mir bewusst, dass sie mich betrügt. Mir wurde klar, dass ich meine Kameraden alleine zurück ließ um wegen dieser
“Lampe” heim zu gehen ( so jedenfalls mein Original-Gedanke). Sie kümmerte sich nicht um meinen seelischen Hilfeschrei. Ständig hatte sie etwas besseres zu tun.
Jetzt dachte ich plötzlich: “Verdammt! Alles was ich mache ist falsch!” Ich trank unheimlich viel, nahm meinen Gürtel und befestigte ihn an einer Querstange an der Decke und legte los. Die Querstange verbog sich, brach und schlug mir auf den Kopf und in dem Moment verstand ich es. Das Leben schlug mir auf den Kopf und sagte:
“Junge so nicht!!!”
Also entschied ich mich zum weiteratmen.

Tag 3 in Termez

Es ist heiß und es finden sich immer mehr Soldaten ein die von überall herkommen. Kundus, Masar El Sharif, Kabul, Feyzabad. Ich unterhalte mich mit Soldaten aus belgischen, armenischen und amerikanischen Einheiten. Ein Deutscher, verriet man mir, dürfe mit dem Fahrzeug Mungo jetzt nicht mehr in Masar El Sharif herumfahren, weil es nicht sicher genug sei. Ich lachte und sagte: “Du verarschst mich wohl? Wir transportieren Leute von A nach B mit diesen Dingern und ich spreche von Kundus nicht Malle de Sharif.” Er lachte nur und meinte:
“Wahnsinn in welchem Zustand uns die Regierung hier her geschickt hat, mit dieser Drecks Ausstattung.” Wir sitzen im “Area 51”, das ist der Entertainment-Raum für Soldaten am Flughafen in Termez. Im TV läuft gerade RTL, wo eine Familie gezeigt wird, die gerade an einer Strandbar sitzt, die Frau trank ein Cola- Weizen, aß Schnitzel und während dessen regte sie sich darüber auf, dass sie ein paar Tage länger im Urlaub verbringen müssten wegen dem Vulkanausbruch eben.
Da kommt man sich ganz schön verarscht vor. Ich gehe weiter an die Bar wo ich mich mit belgischen Soldaten unterhalte, die mir lachend sagten:
„Unfassbar, die blöden Engländer haben das Dorf hoch gejagt, welches wir fast monatlich besucht hatten, da waren keine Taliban, die wollten uns nur ihr Opium nicht für den billigen Dollar Preis verkaufen und standen ihnen deshalb als Konkurrenz im Weg“. Beinahe kam es zu einer Massenschlägerei zwischen englischen und belgischen Soldaten. Armenier, die ich am gleichen Abend traf, sprachen von ihrer Aufgabe, gewisse Opium- Felder zu umgehen und andere zu beschützen.

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5 Gedanken zu „Der Germanikaner: Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst – Timothy Clark Hickcox im NuoViso Talk

  1. Auf diesen Beitrag erhielt ich auf meinem Blog eine sehr gute Antwort, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

    Ein kleiner Freiraum bleibt für Spekulationen. Was will dieser Grelle Hagen eigentlich mit seinen „Sondereinsatzkommando-Spezial-Elitekämpfern“ bezwecken? Er hatte doch schon mal so einen „Experten“ vorgestellt und ist damit so gründlich aufgelaufen. Der gute Hagen ist aber anscheinend so frech, daß er einfach weitermacht. Er will ja die „Welt“ vor Krieg bewahren. Na, Gott bewahre uns vor Hagen!
    Man schaue sich nur mal „den Aufmacher“ zum Video an, dann kommt man nicht so leicht umhin festzustellen, daß sich hier mal wieder ein „Elitekämpfer“ ins Nuo-Viso-Studio durchgeschlagen hat und nun seine PTBS gestörten Kriegserlebnisse vor dem Bildschirm und der Internetzkamera, per ablesen und eingestreuten Lachern, zum Besten gibt. Der junge Mann, der den Text auf Anfragen verliest, hat augenscheinlich nichts, aber auch gar nichts mit dem „echten Soldaten“ zu tun. Darüber mögen auch der angeklebte Bart und die umgedrehte Basketballmütze nicht hinweg täuschen. Dieser „Billy Hickox“ oder wie auch immer er heißen mag, der sich mit dem vormaligen Verteidigungsminister von und zu Guttenberg ablichten ließ, hat keinerlei Ähnlichkeit mit dem Sprecher.
    Was auch nachdenklich stimmt, ist, daß dieser Elitesoldat dann ja auch wiederholt auf die „Download-Möglichkeit“ für nur schlappe zehn Cent aufmerksam macht. Klar, es geht um das vermarkten eines „Buches“, welches sich bei der präsentierten „Schreibe“ von Tag 1- bis hin zu Tag 3 schon schwerlich von einem seriösen Verleger vorstellen läßt. Da werden aus allen Ecken und Enden des Netzes, Daten, Zahlen, Fakten und Orte zusammengestoppelt, wie es infantiler kaum geht.
    Also, ich finde, dieser Hagen ist einfach nur frech, oder hält er sich intellektuell für einen solchen Überflieger, daß denken mag, die gesamte Netzgemeinde verkaspern zu können. Ich nenne das frech!
    Und, vielleicht möge man nicht vergessen: wir haben richtige, weil echte Probleme ins Haus bekommen. Jetzt mit solchen Kindereien hier aufzuwarten, ist einfach nur blöde. Es, das Video samt Textauszug, ist ohne Sinn und Gehalt!
    Grundsätzlich schade um die Zeit, die man mit gutwilligem Zuhören und Lesen, verbracht hat.

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    • Hi Andy, erstmal vielen Dank für deinen Kommentar. Leider sehe ich es nicht so, wie du schriebst für „eine sehr gute Antwort“.
      Allein die Art und Weise, wie es geschrieben ist – auch der 2. Kommentar auf deinem Blog https://andreasgrosse.wordpress.com/2016/01/22/der-germanikaner-im-krieg-stirbt-die-wahrheit-zuerst-timothy-clark-hickcox-im-nuoviso-talk/ – lässt mich Vermuten aus welcher Überzeugung dies kommentiert wurde…
      Schau dir das Video an. Vergleiche die Fotos von Ihm und du wirst sehen, was an dem Kommentar von „AeltererKnecht“ dran ist. (auch wenn ich zugebe, dass man auf dem ersten Blick der Meinung ist, dass es sich auf dem Bild um jemand anderen handle.)

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      • Hy, danke für deine Antwort, ich finde es ist immer, egal ob bei diesem Beitrag oder woanders, immer eine Frage der Interpretation. Es ist zur Zeit auch so viel im Umlauf, dass man manchmal garnicht mehr weiß, ob wahr oder falsch. Nicht falsch verstehen, ich fasste den Text, durch die traurigen Worte genauso auf, aber man sollte halt immer wieder nachfragen (besser gesagt) ein wenig Zweifel an jedem Text hegen, bis die 100%ige Wahrheit da ist. Aber werden wir jemals die 100%ige Wahrheit erfahren, daran zweifel ich nämlich schon länger. Man bekommt immer in schwierigen Zeiten Bruchstücke von Geschichten aufgetischt und versucht sich an irgendetwas festzuhalten, was denn manchmal natürlich auf falsch sein kann.
        Also dein Briefkontakt mit den Behörden, ist ja auch schon phänomenal, mir reicht zur Zeit, die Landeshauptkasse, das Verwaltungsgericht FF/O und noch zwei, drei weitere. Aber die Antworten sind ja halt doch immer dieselben, auch wenn anders umschrieben. ;-(

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