Alles Schall und Rauch: Dieudonné antwortet Bernard Cazeneuve


Alles Schall und Rauch: Dieudonné antwortet Bernard Cazeneuve.

Dienstag, 13. Januar 2015 , von Freeman um 17:00

Wir kennen Dieudonné M’bala M’bala, den französischen Komiker, Schauspieler und politischen Aktivist bretonisch-kamerunischer Abstammung. Er hat dem französischen Innenminister Bernard Cazeneuve einen Brief geschrieben, denn er leidet als Künstler sehr unter der staatlichen Verfolgung in Frankreich, der Zensur, dem Boykott und Auftrittsverbot. Einige europäische Länder haben ein Einreiseverbot gegen ihn verhängt, wie Grossbritannien. Seine Auftritte als Komiker werden als Bedrohung eingestuft. Wie ist dieser Maulkorb mit den viel gepriesenen „europäischen Werten“ vereinbar? Gar nicht! Die Meinungsfreiheit ist offensichtlich relativ.

Wenn durch den Anschlag auf „Charlie Hebdo“ jetzt laut nach dem Schutz der Meinungsfreiheit gerufen wird, dann muss das für alle Komiker, Künstler, Journalisten und überhaupt alle Personengruppen gelten, und nicht nur für eine bestimmte geschützte Minderheit. Es wäre die grösste Heuchelei und Anwendung von zweierlei Mass, wenn man Humor und Satire über eine Gruppe als Ausübung der freien Meinung bezeichnet, aber wenn man sich über eine andere lustig macht, dann drakonisch bestraft und verurteilt wird. So läuft’s aber:

Dieudonné antwortet Bernard Cazeneuve

Gestern waren wir alle Charlie, gemeinsam marschierend, aufrecht stehend, für die Freiheiten. Damit wir weiter über alles lachen.

Alle Vertreter der Regierung, Sie eingeschlossen, marschierten zusammen in diese Richtung.

Auf der Rückkehr von diesem Marsch habe ich mich sehr alleine gefühlt.

Seit einem Jahr hat mich der Staat im Visier und versucht mich mit allen Mitteln zu vernichten.

Mediales Lynchen, Verbot meiner Aufführungen, Steuerprüfungen, Gerichtsvollzieher, Hausdurchsuchungen, Anklageerhebungen… mehr als achtzig gerichtliche Verfahren sind auf mich und meine Familie niedergegangen.

Und der Staat fährt fort, mein Leben zu verpesten. Achtzig Gerichtsverfahren.

Seit einem Jahr werde ich als öffentlicher Staatsfeind Nummer 1 behandelt, obgleich ich nur zum Lachen anregen will, und auch um über den Tod zu lachen, denn der Tod, er, er lacht über uns, so wie Charlie es weiß, leider.

Obgleich ich den Frieden unter Ihrer Autorität seit mehreren Wochen vorschlage, bleibe ich ohne Antwort von Ihnen.

Doch sobald ich mich äußere, versucht man nicht mich zu verstehen, man will mir nicht zuhören. Man sucht nach einem Vorwand, um mich zu verbieten. Man betrachtet mich als einen Amedy Coulibaly, obgleich ich nicht anders bin als Charlie.

Anscheinend finden meine Äußerungen nur dann Ihr Interesse, wenn Sie sie verdrehen können, um sich besser empören zu können.

Herr Minister, ich erinnere Sie daran, denn Sie scheinen mir jetzt zuzuhören:

Ich schlage Frieden vor.

Dieudonné M’bala M’bala

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